Das Getränk der 120 Zutaten

Der Gin

Gin ist eine oftmals farblose Spirituose mit Wacholder. Diese Zutat steckt bereits im Namen, denn die Bezeichnung Gin kommt vom französischen genévrier, was nichts anderes als Wachholder bedeutet. Gin ist also Wachholderschnaps, der seinen Geschmack der Wachholderbeere verdankt. So simpel das klingt, so kompliziert ist es dennoch. Bei der Herstellung von Gin werden nämlich etwa 120 verschiedene Zutaten verwendet.

Die Gin-Geschichte

Der Ursprung ist beim Gin, wie auch bei vielen anderen Spirituosen, nicht genau geklärt. Mitte des 17. Jahrhunderts wird in Frankreich und Holland zum ersten Mal von einem Wachholderschnaps mit dem Namen Genever berichtet. Als er später England erreichte und dann dort auch produziert wurde, gab man ihm den heutigen Namen Gin. Der Gin wurde immer beliebter und mit sinkenden Rohstoffpreisen wurde er für einige Zeit sogar zum billigen Massenprodukt. Es folgte die sogenannte Gin-Krise, in der die Regierung eingriff, den Gin mit hohen Steuern belegte und strenge Qualitätskontrollen einführte.

Große Aromavielfalt zeichnet Gin aus

Gin wurde nach dieser Zeit zu einem Qualitätsprodukt, das durch die vielen Zutaten, wie zum Beispiel Kümmel und Koriander sowie Anis, Ingwer, Muskat, Orangenschalen oder Paradiesapfel-Kerne auch zu einem echten Aromenspektakel wurde. Anders als bei Whisky, Rum und Cognac enthält Gin seinen Geschmack bereits während der Destillation und nicht durch Lagerung und Reifung. Die Vielfältigkeit seiner Aromen macht den Gin heute sehr populär. Gin ist aber nicht nur pur ein Genuss, sondern er ist Hauptbestandteil vieler berühmter Cocktails und Longdrinks wie den Klassikern Gin Tonic und Gin Fizz und dem Martini.

Die Gin-Sorten und Deutscher Gin

Offiziell wird Gin nach vier Arten unterschieden. Sie beschreiben allerdings nicht den unterschiedlichen Geschmack, sondern die Vorgaben, nach denen der Gin hergestellt werden muss:

Neben den offiziellen Sorten gibt es noch geografische Sorten wie zum Beispiel den Playmouth Gin oder innoffizielle Sorten wie den Old Tom Gin, den Genever oder den Reserve Gin.

Deutscher Gin enthält ein Stück Heimat

Das Comeback von Gin als trendiges Getränk hat auch auf Deutschland übergegriffen. Viele deutsche Destillerien machen dem Gin-Land England bereits Konkurrenz. Und das durchaus erfolgreich, denn deutsche Brennereien haben einen riesigen Erfahrungsschatz und eine lange Tradition. Nicht direkt mit Gin, aber Obstbrände werden in Deutschland schon lange produziert, Korn sogar bereits seit dem 15. Jahrhundert. Hohe Qualität und große Sorgfalt bei der Herstellung zeichnen die Deutschen Brennereien außerdem aus. Die Verwendung sehr regionaler Produkte, verleihen deutschem Gin eine besonders heimische Note und machen ihn im In- und Ausland beliebt.